"Von Blumen und Menschen" Galerie der Stadt Traun


Großformatige Acrylbilder Vernissage: Mittwoch, 15. März 2017 um 19:00 Uhr Begrüßung: Kulturrefernt GR Sascha Lindenmayr Einführung: Mag. Silvia Müllegger - Kunsthistorikerin & Kuratorin

Die großformatigen Bilder des Linzer Künstlers Lukas Johannes Aigner bestechen durch eine virtuose, in vielen Schichten, strahlende Malweise. Im Spannungsfeld zwischen Mensch und Natur erschafft Lukas Johannes Aigner seinen unverkennbaren Stil, der sich durch starke Kontraste und dynamische Kompositionen auszeichnet. Eine altmeisterliche Hell-/Dunkelmalerei trifft hier auf ein hohes Maß an Abstraktion, wo sich die Liebe zum Detail nicht im illustrativen Erzählen verliert. 1974 in Linz geboren, studierte er zunächst am Mozarteum in Salzburg Bühnenbild und anschließend Malerei an der Universität für angewandte Kunst in Wien. 2003 beendete er sein Studium mit Auszeichnung und einem Preis des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kunst. Ausstellungslaufzeit bis 16. April 2017 Öffnungszeiten: täglich von 10:00 bis 18:00 Uhr Mo-Sa Zugang über das Galerie-Café So + Feiertags zusätzlich über den Galeriehaupteingang

Laudatio von Silvia Müllegger

Wenn man durch die Ausstellung geht, so ist die Auseinandersetzung mit dem Thema Blumen omnipräsent, und dass in überdimensionaler Art und Weise. Lebensgroß in Ihrer Darstellung und mit einem starken Fokus auf Blätter, Blüten und Knospen wird der Betrachter fast Teil von ihnen. Nicht nur, dass sich die Blumenpracht sich dominant dem Auge präsentiert, es lassen sich auch Details finden, die sich auf den ersten Blick nicht gleich erschließen: wie ein Gesicht in den Blumenblättern oder eine wunderschöne mysteriöse Frau im Hintergrund, die selbstvergessen, nachdenklich und in sich selbst gekehrt wirkt.

Florale Darstellungen sind ein geläufiges Thema in der Kunstgeschichte, und zeigen eine lange Abbildtradition. Vor allem im goldenen Zeitalter der Niederlande florierte das Genre Blumenstillleben, wobei dieses sich als moralisches Mahnmal für die Vergänglichkeit menschlichen Seins verstand. Den eher kleinen Blumenbildern wurden Attribute, wie Schmetterlinge und Eidechsen, beigefügt, die die moralische Aussage verstärken sollten, dass man sich nicht von der Schönheit des Moments verführen lassen soll, da dieser flüchtig ist. Blumen, wenn diese erst gepflückt, sind wie Schmetterlinge, die nur kurz ihre Schönheit zur Schau stellen können, und – dafür steht die Eidechse – immer den Bedrohungen von Außen und in sich selbst erliegen. Solche Metaphern finden sich auch in den Bildern von Lukas Johannes Aigner, nur handelt es sich bei seinen Bildern nicht um kleine Kabinettstücke, wie bei den Niederländern im 17. Jhd., sondern um Großaufnahmen floralen Blütenpracht. Aber gleichsam, wie ihre kunstgeschichtlichen Vorgänger, verweisen diese ebenso auf die fragile und zerbrechliche Schönheit der Zeit, wobei der Künstler als Attribut, nicht einen Schmetterling sondern eine ephemere Frauenfigur im Hintergrund wählt, um die Aussage zu verstärken.

Offensichtlicher zeigt sich diese Kontext von Schönheit und Vergänglichkeit im Bild „Alter Mann mit Blumen“, wo der Gegensatz von prallen Leben und Alter zwar gleich ersichtlich, aber nicht minder nachdenklich stimmt. Viel subtiler präsentieren sich die reinen Blumenbilder, in der sich anscheinend die einzelnen Spezien in Konversation befinden, und die der Künstler als Metapher der Geschlechter an sich versteht. Zwar gelten Rosen als Sinnbild der Liebe, aber in den Bildern von Lukas Johannes Aigner stehen sie durchaus für das Erotische an sich, und mit gekonnter malerischer Zweideutigkeit lassen sich Anklänge an weibliche primäre Geschlechtsorgane erkennen.

Natürlich kann man auch die Bilder von Lukas Johannes Aigner sehr sachlich sehen, frei nach dem Satz von Gertrude Stein, „Eine Rose ist eine Rose ist eine Rose“, jedoch die Kunstwerke von Lukas Johannes Aigner lassen sich nicht in ein naturwissenschaftliches System pressen.

Sind die Bezüge in den Blumenbildern subtil und verschlüsselt, so thematisiert der Künstler umso klarer persönliche Erlebnisse. Im Tryptichon der Fall, das auf eine frühe Schaffensphase verweist, lässt Lukas Johannes Aigner seine Erfahrung als Bandmitglied aufleben. Aber auch hier ist der Blick in die Vergangenheit ein melancholischer Fingerzweig auf die eigene Vergänglichkeit und beschreibt eine moderne Welt des schnellen Genusses, die für einen Moment währt und nicht bleibt, außer in der auf Leinwand gebannten Erinnerung. In seinen neuesten Bildzyklen jedoch spielt die Natur eine wesentliche Rolle, die für den Künstler „nicht zuletzt ein Sinnbild der verlorenen Geborgenheit“ darstellt. Die Landschaftsbilder, entstanden in Bad Ischl, beschreiben eine märchenhafte Welt, fernab jeder Sissi-und-Fran